Weshalb sich die Kosten eines Anwalts in den meisten Fällen lohnt

Ohne meinen Rechtsanwalt sag ich nichts…“

rechtsanwaltEgal ob Ehestreit, Vorwurf des Betrugs oder Verstöße gegen das Versammlungsrecht im Raume steht, in den meisten Strafprozessen ist die Vergabe eines Verteidigungsmandats an einen Rechtsanwalt unerläßlich. Bei manchen Fällen darf der Angeklagte sich sogar gar nicht alleine verteidigen. Der Gesetzgeber sieht bei Menschen, die nicht genug Geld haben um einen Anwalt zu bezahlen, vor, dass der Staat einspringt und das Honorar eines Pflichtverteidigers übernimmt. Auch wenn in einer solchen Situation der Angeklagte zweifellos im Nachteil ist, da er sich seinen Verteidiger dann nicht frei aussuchen kann, ist dieser Vorgang sehr wichtig. Schließlich garantiert er, dass jeder Bürger einen Rechtsanwalt hat, der ihn oder sie in Fachkenntnis der jeweiligen Rechtslage vertritt – man stelle sich nur einmal eine Welt vor, in der nur reiche Menschen solche Fachanwälte beauftragen könnten!

Allerdings ist die Hürde ein Anwaltsgehalt zu bezahlen oftmals so groß, dass die innere Zensur bereits im Kopf anfängt. Da oftmals unklar ist, wie lange sich eine Gerichtsverhandlung ziehen wird und wie groß tatsächlich die Kosten werden, verzichten viele Menschen darauf, ihre gesetzlich zugesicherten Rechte wahrzunehmen. In Ermangelung bezahlbarer Rechtsanwälte wird oftmals bei Streitfragen wie einer verschimmelten Mietwohnung, Eigentumsdelikten oder Familientrennungen der Gang zur Fachfrau gescheut. Das ist schade, denn in vielen Fällen hilft der Anwalt, sofern er einer ist, der bereit ist zu „kämpfen“, der Mandantin oder dem Mandanten zum Recht. Häufig beinhaltet das auch eine monetäre positive Bilanz am Ende eines Gerichtsverfahrens.

Bei komplizierteren Sachverhalten, wie beispielsweise internationalem Unternehmensrecht, EU-Recht, Menschenrechtsverletzungen oder, um ein russisches Beispiel zu nennen, die Verteidigung gegen eine illegale Unternehmensübernahme durch Gewaltunternehmer, ist eine Vertretung durch Rechtsanwälte (ja, manchmal auch mehrere) unabdingbar, sofern man nicht gehörigen finanziellen Schaden nehmen möchte.

Am Ende ist es wahrscheinlich eine Frage des Streitwerts, ob sich eine Mandantin oder ein Mandant dazu entschließt, einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Insgesamt gesehen, sollte man sich aber öfter einen Ruck geben und das Risiko einer Gerichtsverhandlung auf sich nehmen, da man dadurch nicht nur sich selbst, sondern durch Abschreckungseffekte auch anderen Menschen helfen kann. Ein Beispiel dazu wäre eine unerlaubte Mieterhöhung, oder jetzt aktuell die illegal unterlaufenen Abgasbestimmungen von VW. Eine interessante Adresse für einkommenschwache Familien könnten auch Selbstschutzvereine, wie beispielsweise der Mieterschutzbund sein, die gemeinsam helfen können, die Kosten für einen Rechtsanwalt zu übernehmen.

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